Herbstwanderung der NVSG Geiss-Nidda

Am letzten Samstag im September fand die diesjährige Herbstwanderung der Natur- und Vogelschutzgruppe Geiss-Nidda statt. Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen fanden sich zum Startpunkt an der Sporthalle ein. Von dort ging es zu verschiedenen Stationen, die die Aktiven der NVSG in den vergangenen Jahren angelegt hatten und seitdem betreuen und bearbeiten, so dass sie zur Verschönerung der Landschaft und zur Bereicherung der Biodiversität im heimatlichen Umfeld beitragen.

Als erstes wurden Hecken an der Mühlgasse aufgesucht. Bei bestem Spätsommerwetter ging es weiter oberhalb des Geißberges auf die Höhe. Von dort hatten alle einen wunderbaren Ausblick auf die Rohrwiesenteiche, die vor einigen Jahrzehnten zusammen mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Forstamt Nidda angelegt worden waren. Die Teiche werden aus mehreren Quellen gespeist und sind Lebensraum verschiedener Amphibien. In diesem Jahr haben auch Weißstörche dort gebrütet und drei Junge erfolgreich aufgezogen, die mittlerweile bereits auf dem Zug in den Süden sind und hoffentlich im nächsten Jahr erfolgreich und gesund zurückkehren können. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Streuobstwiese „Untere Brühl“. Ebenfalls Lebensraum von diversen Singvögeln und Insekten. Auch hier werden von der NVSG in regelmäßigen Abständen Pflegemaßnahmen durchgeführt und die Brutvögel mit Nisthilfen unterstützt. Weiter gings zu Hecken, die vor vielen Jahren angelegt wurden und wichtige Lebensräume in der Agrarlandschaft darstellen. Nach Überquerung der Straße gelangte die Wandergruppe auf die Höhe des „Dretsch“ Hier befindet sich das FFH-natura 2000 Gebiet „Basaltmagerrasen am Rand der Wetterauer Trockeninsel“. Auf diesen wertvollen Magerrasenflächen gibt es seltene Pflanzen wie den „Gestreiften Klee“ und den „Zweifelhaften Grannenhafer“. Beide sind vom Aussterben bedroht. Auch wurden hier bereits neun Heuschreckenarten nachgewiesen. Seit wenigen Jahren ist auch die „Blauflügelige Ödlandschrecke“ hier heimisch. Vorbei an Streuobstwiesen, deren ökologische Bedeutung ebenfalls von der Vorsitzenden des Vereins Karin Seum erläutert wurde, kam die Gruppe zum ehemaligen Wasserbehälter, der nachdem er seine Funktion verloren hatte, vor vier Jahren zu einem Winterquartier für heimische Fledermäuse umgebaut wurde. Unterstützt wurde die NVSG hierbei durch die örtlichen Landwirte, die Jagdgenossenschaft und die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises.

Auf der Streuobstwiese des Ehepaares Weigand fand die Wanderung ihren Abschluss mit einer leiblichen Stärkung am Grill. Es gab Grillwürstchen im Brötchen und diverse Erfrischungsgetränke. Ein geselliges Beisammensein an der Grillhütte setzte den Schlusspunkt dieser erfreulichen Wanderung durch die schöne hügelige Landschaft des unteren Vogelsberges. Denn das ist sie. Auch wenn Geiss-Nidda zum Wetteraukreis gehört, so ist das Land durch den größten Vulkan Europas, den Vogelsberg, geformt worden und wird bis heute geprägt.

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